D-Logistic, Hofheim, Deutschland


Der virtuelle Raum ist längst kein Stoff mehr nur für Science Fiction Filme, sondern längst Alltag am Arbeitsplatz, im Wohn- oder Kinderzimmer, oder im Internet-Café. Die früher in Buchform tradierten Inhalte geistiger Beschäftigung des Menschen haben sich längst von der behäbigen Stofflichkeit des Papiers gelöst und sind in Speicherbausteinen oder auf Datenautobahnen fast ort- und materielos als Informationsbytes unterwegs.

Sichtbar für das menschliche Auge werden sie fast ausnahmslos auf Bildschirmen, dargestellt - als Lichtpunkte in einer dunklen Matrix. Deren Farbigkeit wird ausnahmslos über ein Darstellungsverfahren erreicht, welches RGB heisst und auf den Farben R=Rot, G=Grün, B=Blau beruht, die sich als winzige, für das menschliche Auge kaum unterscheidbare Bildpunkte (Pixel) additiv zu jeder Farbe des sichtbaren Spektralbereichs mischen. So ergeben beispielsweise alle drei Farben zusammen ein reines Weiss, Rot und Grün zusammen ein leuchtendes Gelb. Das klingt befremdend, ist man doch gemeinhin den malerischen Umgang mit sogenannten Körperfarben gewohnt, wo sich die drei genannten Farben Rot, Grün, Blau zu tiefem Schwarz, also dem optischen Gegenpol von Weiss, mischen.

Mit dieser Phänomenologie der additiven Farbmischung arbeitet die hier vorgeschlagene Lichtkunst. Auch sie hat sich von der klassischen Materie der Kunst, der Ölfarbe, emanzipiert und offenbart sich nun auf der gleichen Ebene wie der Text oder das Bild auf dem Monitor - im RGB-Modus.

Eine auf dem Computer erstellte Sequenz wird über eine integrierte Steuerelektronik als Endlosschleife wiedergegeben. Dabei werden die farbigen Leuchtstoffröhren auf- und abgedimmt, um die gewünschten Farbwerte im zeitlichen Verlauf zu erreichen.
Die Veränderungen sind so langsam und kontinuierlich angelegt, dass sich jede Farbe in einer nicht zu fixierenden Bewegung aus einer im Spektrum daneben liegenden Farbe herausbildet. Die Farben verlieren so für den Betrachter jeglichen Bezug zum Raum. Es scheint eine Veränderung ohne Bewegung zu sein, wie sie im empirisch erfassten Leben normalerweise unmöglich ist. Erst wenn sich der Betrachter selbst seitlich um die Lichtinstallation herumbewegt und in die Seitenöffnung auf die Leuchtstoffröhren schaut, offenbart sich das Prinzip der Farbmischung, wird die Quelle des Phänomens sichtbar, welches auf dem Streuglas eine ganz andere Qualität besitzt.

Ein grosser Monitor auf dem eine einzige Botschaft verkündet wird: die Schönheit des reinen Lichts in fliessender Zeit ohne festen Ort.