Nassauische Sparkasse, Wiesbaden, Deutschland


Für die Glashalle, die dem viergeschossigen Bürotrakt vorgelagert ist und an deren Enden sich zwei offene Treppen befinden, die jeweils durch kurze Brücken mit dem Bürotrakt und durch zwei lange Stege (ca. 30 m.) miteinander verbunden sind, konzipierte Thomas Emde eine Lichtinstallation. Es ist eine Lichtinstallation, die sich in die Unterseiten der Stege und Brücken als integrales Element der Architektur einfügt und die das Gebäude gliedernde und rythmisierende Moment noch unterstreicht und hervorhebt.

Charakteristisch für dieses Bürogebäude sind die klaren geometrischen Formen der Baukörper und die überaus großzügige Verwendung von Glas. Ein Bau also, der bereits in seiner Architektur das Licht als gestalterisches Mittel verwendet und der somit atmosphärisch enorm gewinnt und eine angenehme Arbeitsumgebung schafft. Die Tatsache, dass hier 800 Mitarbeiter beschäftigt sind, die sich täglich zwischen den Gebäuden und den einzelnen Stockwerken hin- und herbewegen, hat Thomas Emde in sein Konzept integriert. Denn: Das künstlerische Lichtkonzept von Thomas Emde betont sowohl die vertikale Bewegung der Treppenaufgänge als auch die horizontale Richtung der Stege, indem er veränderbares Licht unter Brücken und Stege setzt. Dieses nimmt wiederum die Bewegung der täglichen Geschäftigkeit in seiner eigenen Bewegung auf.

In den insgesamt 60 Einheiten befinden sich mit roten, grünen und blauen Filtern versehene Leuchtmittel. Diese werden über die vom Künstler programmierte Steuerelektronik stufenlos und in weichem zeitlichen Verlauf gegeneinander gedimmt. Auf diese Weise scheinen unzählige Farben und Farbverläufe aus den Architekturkörpern heraus. Die Farben und die Dynamik der programmierten Farbsequenz (Dauer ca. 20 Minuten, als Endlosschleife definiert) sind so abgestimmt, dass die Übergänge in spektralen und farbtheoretischen Zusammenhängen fast unmerklich stattfinden.

Durch das sich ständig verändernde Licht unter den Verbindungsstegen und Brücken wird auch farbiges Licht in die Halle reflektiert. So ist eine begehbare Lichtinstallation entstanden, die dem Anspruch gerecht wird, eine Symbiose von Kunst und Architektur zu schaffen. In dieser Einheit ist die Kunst fester Bestandteil der Architektur.

Es ist eine Lichtinstallation, die dem Betrachter in unterschiedlicher Intensität Tag und Nacht präsent ist. Auch von aussen ist sie durch die gläserne Fassade sichtbar und lockert die streng geometrische Struktur des Gebäudes spielerisch durch Farbe und Bewegung auf, ohne sie jedoch in ihrer Wirkung aufzuheben.