Pathologie, Freiburg, Deutschland


Das Treppenhaus mit der großen Glasfassade bildet von Süden her das „Schaufenster des Gebäudes” – bei Tage und bei Nacht. Hier sind die Bewegungen der Menschen im Gebäude von außen sichtbar, ebenso wie die Menschen in umgekehrter Sichtweise von den Treppen aus eine fast ungestörte Sicht hinaus haben.

Die optischen Materialien im Inneren des Gebäudes werden bestimmt durch Sichtbeton, sowie Bodenbeläge in grün und rot. Diese beiden Farben trennen und thematisieren den  Nichtlaborbereich und den Laborbereich.

Sichtbeton, roter und grüner Bodenbelag auf den Podesten gestalten auch das Treppenhaus. Die Bodenbeläge auf den Podesten sind nur von den Menschen auf den Treppen zu sehen, nicht von Außen.

An den Unterseiten der Betontreppen werden lebensgroße Scheibenfiguren aus Lichtglas montiert. Das glasklare Weißglas ist bei einem Teil der Figuren mit roten, bei dem anderen Teil der Figuren mit grünen Rasterpunkten über die gesamte Fläche bedruckt. Manche dieser Lichtschatten bewegen sich scheinbar kopfüber hinauf, andere kopfüber hinab. Das Licht scheint mittels Leuchtdioden von der Kante in das Glas, die Rasterpunkte lenken das Licht gleichmäßig, vollflächig aus dem Glas heraus. Bei Sonneneinstrahlung sieht man fast klare, leicht grünliche oder rötliche Lichtfiguren. Bei zunehmender Dunkelheit erscheint das Selbstleuchten der Gestalten. Über Computersteuerung wandelt sich unabhängig voneinander jede der Figuren langsam, unmerklich von grün zu rot, und von rot zu grün. ein Pulsieren in Zeitlupe – Licht und Zeit im Fluss.

Innen und Außen - Labor und Büro – Rot und Grün – oben gehen und unten gehen – Kopfoben und Kopfunten – Sein und Schein - Mensch und Seele
Rot zu Grün und Grün zu Rot alles im Wandel – Himmel und Hölle – nach oben und nach unten – oder: Nach oben oder nach unten?. Wandelnder Wandel des Lebens, eine kleine Poesie der Pathologie.