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Willi-Brandt-Platz, Frankfurt am Main, Deutschland
Der Willy-Brandt-Platz (Theaterplatz) befindet sich im Bereich des südwestlichen Endes der Wallanlage. Er ist in der Form eines stark gelängten Rechtecks dem Schauspiel/Theater exakt vorgelagert und somit orthogonal zum Verlauf der Wallanlage positioniert. Auf der einen Seite durchbricht er damit die Bewegungsrichtung des Fußgängers oder Radfahrers, der dem Verlauf der Wallanlage folgt, auf der anderen Seite befindet er sich genau in der Achse Bahnhof – Innenstadt.
Zukünftig wird der Platz nur noch von der Straßenbahn befahren. Die Haltestelle wird auf zwei Wartehäuschen verteilt, die sich genau gegenüberliegen. Die Gleise werden in einer Ebene mit dem umgebenden Bodenniveau liegen.
Das Beleuchtungskonzept nimmt die wesentlichen Gestaltungs- und Orientierungskriterien des Platzes auf und versucht, ihnen auch bei Dunkelheit Rechnung zu tragen: die gelängte rechteckige Grundform wird durch die rhythmisch wiederkehrende Beleuchtung von den Mastenenden der Oberleitungsführung herab betont. Zum Theatergebäude hin wechselt sich das Mastenlicht mit den quadratischen Treppenpodesten ab. Diese sind an der Oberseite selbstleuchtend gestaltet. Die quadratische Grundform der Treppenpodeste wird räumlich in der strengen und auf das Wesentliche reduzierten Form der Wartehäuschen und Überdachung des U-Bahn- bzw. Parkhauszugangs variiert. Die vertikalen Elemente dieser Baukörper sind aus selbstleuchtendem Material gefertigt, welches bei Tag das Licht durchläßt.
Die Unterseite der Arkaden des Schauspielhauses sind indirekt beleuchtet und lassen damit den Platz optisch in das Gebäude hineinragen. Er erscheint durch diesen Kunstgriff größer und erfüllt zusätzlich eine kommunikativ-leitende Funktion: die Begrenzung von Innen und Aussen wird teilweise aufgehoben, Schwellenangst vor einer Institution hohen kulturellen Anspruchs mit Hilfe des Lichts abgebaut.
Die Lisenen am Gebäude selbst werden mit vertikalen Leuchtbändern versehen, die in Höhe der Arkaden enden. Der gesamte Platz erhält dadurch eine auch nach oben geschlossene Form, die vollständig mit Licht definiert wird. Auf der gegenüberliegenden Seite zur Wallanlage und dem Hochhaus der Europäischen Zentralbank hin wird die Betonung der gelängten Rechteckform des Platzes durch eine zweistufige Treppe betont, die den Baumgruppen vorgelagert ist und Besuchern des Platzes als Sitzgelegenheit mit Sicht auf das Schauspielhaus dient. Die Unterkante der vorkragenden Stufen ist auf die gesamte Länge indirekt beleuchtet. Diese lichttechnische Linienführung definiert auch bei Nacht den Platz und verleiht ihm einen einheitlichen, in sich stimmigen, Charakter.
Der Märchenbrunnen, welcher im Schnittpunkt von Fußgängerweg der Wallanlage und Arkaden des Schauspielhauses wiederaufgebaut wird, wird sich über selbstleuchtenden Bodenplatten erheben. Mit dieser den Charakter der gleichsam schwerelosen Bodenanbindung betonenden Beleuchtung wird zugleich auch der Inhalt des Brunnens thematisiert: das Nicht-Irdische, das Märchenhafte.
Die einheitlich verwendete Lichtfarbe auf dem Willy-Brandt-Platz soll Neutralweiß sein (4200 Kelvin). Damit wird gegenüber dem gelblich-warmen Farbton der Beleuchtung an der Alten Oper eine deutliche Aussage zugunsten der urbanen Identität an dieser Stelle der Innenstadt gemacht.
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