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Der Künstler
Auf der fortwährenden Suche nach Ausdrucksmöglichkeiten in der Malerei setzt sich Thomas Emde in seiner über zwanzig jährigen Arbeit als Maler mit Themen wie Licht, Farbe und Material intensiv auseinander. Themen, die eng miteinander verknüpft sind, denn Farbe wird nicht nur als materieller Träger, sondern auch als Licht wahrgenommen. In diesem Zusammenhang verwundert es nicht, dass er durch das Experimentieren mit Farbe und Farbwirkung nach und nach eine ganz eigenwillige, individuelle Farb- und Formsprache entwickelt hat, mit deren Technik er bekannt wurde, und für die er schon damals Patente anmelden konnte.
Die Konsistenz der Farbe ermöglicht es dem Maler Thomas Emde auf jegliche Bildträger zu verzichten und allein durch die Farbe ein Bild, auch Vlies genannt, zu kreieren, dessen charakteristisches Moment eine sogenannte Noppenstruktur ist. Im Vordergrund der auf den Farbvliesen abgebildeten Wellen, Wolken oder Wasserfälle, steht nicht das Motiv als Bedeutungsträger oder die Farbe als Funktion der Gegenstandsgestaltung, sondern die Bewegung. Diese Bewegung setzt sich in Technik und Farbgebung fort. Da das Vlies aus vielen verschiedenen Farbschichten besteht, wechselt die Farbgebung und die Form mit dem Einfall des Lichts oder auch mit der Perspektive des Betrachters. Vor ein Fenster gehängt, wird der Raum in die jeweilige Farbe des Farbvlieses getaucht, da dieses auch lichtdurchlässig ist. Bild, Licht und Raum stehen also in einer unmittelbaren Wechselwirkung zueinander und gehören untrennbar zusammen.
Faszination Licht
Dass sich das Werk von Thomas Emde in der Auseinandersetzung mit den Phänomenen Licht, Farbe und Material zunehmend immaterialisiert hat, erscheint demjenigen, der sich mit seiner Arbeit beschäftigt, nur konsequent.
Vor diesem Hintergrund sind nun auch seine aktuellen Projekte zu sehen, bei denen er ausschließlich mit Licht als "Material" arbeitet und bei denen Raum und Architektur als Bestandteile seiner Kunst immer mehr Bedeutung erhalten.
Zu nennen sind hier zunächst die Lichtwände, in denen sich Leuchtstoffröhren befinden, die über eine vom Künstler programmierte Steuerelektronik stufenlos in weichem zeitlichen Verlauf gegeneinander gedimmt werden, um somit jede Farbe des sichtbaren Spektrums zu generieren. Ein Darstellungsverfahren, das sich RGB nennt und auf den Farben R=Rot, G=Grün, B=Blau beruht, die sich additiv mischen. Mit Hilfe dieses Darstellungsverfahrens wird es Thomas Emde möglich, Farb- und Lichtveränderungen zu thematisieren.
Die Lichtwände werden, je nach Beschaffenheit des Raumes, in verschiedenen Größen installiert und beeinflussen durch das von ihnen ausgehende und ständig wechselnde Farb- und Lichtspiel die gesamte Atmosphäre des Raumes. Die bewegte Lichtquelle bezieht Zeit und Raum in das Kunstwerk ein. Auch der Rezipient wird zum Beteiligten der Lichtinstallation. Sie ermöglicht ihm, durch die vom Künstler konstruierte Lichtsituation eine bewußte Erfahrung mit Licht, denn Licht definiert und verändert die Wahrnehmung der Räume oder auch die Architektur eines Gebäudes und aktiviert die Sinne durch eine analysierende oder meditative Betrachtung. Vertrautes kann so neu erlebbar gemacht werden.
Der Lichtkünstler Thomas Emde hat ein Netzwerk geschaffen, das sich – je nach Bedarf – aus Lichtfirmen, Architekten, Kunsthistorikern, Lichtplanern und Lichttechnikern zusammensetzt. Dieses Netzwerk hat sich auf die Realisierung von architekturbezogenen künstlerischen Lichtprojekten spezialisiert. Zwischen den Bereichen Kunst, Licht und Architektur werden Synergien geschaffen und auf diese Weise neue kontextbezogene, künstlerische Ansätze in Konzeption und Durchführung von Lichtprojekten möglich.
Thomas Emde will Architektur nicht einfach beleuchten, sondern begreifen und architektonische Lichtbilder schaffen.
Das Ziel: "Wir wollen für Lichtqualität stehen, die künstlerisch fundiert ist. Den Begriff Kunst am Bau wollen wir sprengen, denn unsere Illuminierung soll zum integrativen Bestandteil der Architektur werden. D.h., wir wollen Gebäude nicht bloß beleuchten, sondern mit dem Licht die Kunst des Baus definieren und eine die Architektur interpretierende Lichtgestaltung entwerfen. Der Anspruch an das Resultat ist ein eigenständiges Kunstwerk. Es ist eine Lichtskulptur – ein Lichtbild der Architektur.“
Neben dem Aspekt Licht, der die Entwicklung und Durchführung von künstlerischen Lichtkonzeptionen für Architekten und Bauherren beinhaltet, gehören folgende Aspekte zum Tätigkeitsbereich:
Kunst: die Entwicklung von Kunstwerken und die Organisation von Ausstellungen, Installationen, Projekten, kunsttheoretischer Konzepte, Kommunikation und Vernetzung.
Beratung: Konzeptionsentwicklung für Stiftungen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen, Beratung von Unternehmen im Bereich Licht, Masterpläne für Städte, Planer und Investoren.
Forschung: Patententwicklung, gemeinsame Entwicklung mit Herstellern im Lichtbereich, Produktentwicklung.
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